Butter, Vanille und Zimt in der Luft, Mehl auf der Arbeitsplatte und ein Blech nach dem anderen: Für viele beginnt die Weihnachtszeit mit gemeinsamem Plätzchenbacken. Im Bergischen passt die Tradition gut zur Kaffeetafel-Kultur – auch wenn die Klassiker nicht alle hier erfunden wurden. Spritzgebäck, Butterplätzchen, Vanillekipferl und Spekulatius gehören seit Generationen zur Weihnachtsbäckerei.
Hier kommen fünf Rezepte für den Adventsteller. Die Mengen ergeben jeweils eine Portion; die Backzeiten und Temperaturen sind Richtwerte.
Spritzgebäck: mit Fleischwolf oder Spritzbeutel
Der klassische Fleischwolf mit Gebäckaufsatz gehört für manche Familien zur Weihnachtsküche. Der Teig lässt sich aber auch mit einem Spritzbeutel formen.
Zutaten
- 250 g weiche Butter
- 100 g Puderzucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 1 Ei
- 250 g Mehl
- 70 g Speisestärke
- bei Bedarf etwas Milch
- optional: Kuvertüre
Butter, Puderzucker und Vanillezucker cremig rühren. Ei und Salz dazugeben, dann Mehl und Stärke kurz unterarbeiten. Ist der Teig zu fest, etwas Milch ergänzen. Kringel, Stangen oder S-Formen auf ein Blech setzen und bei etwa 180 Grad Ober-/Unterhitze backen, bis die Ränder leicht goldfarben sind. Nach dem Abkühlen nach Wunsch in geschmolzene Kuvertüre tauchen.
Butterplätzchen: ein Rezept zum gemeinsamen Ausstechen
Sterne, Herzen oder Tannenbäume: Beim Ausstechen dürfen auch schiefe Formen aufs Blech. Das Verzieren kommt nach dem Abkühlen.
Zutaten
- 300 g Mehl
- 200 g Butter
- 100 g Zucker
- 1 Ei
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- etwas abgeriebene Zitronenschale
Alle Zutaten zügig zu einem glatten Teig verkneten und mindestens 30 Minuten kalt stellen. Auf einer leicht bemehlten Fläche etwa drei bis vier Millimeter dick ausrollen und Formen ausstechen. Bei etwa 180 Grad rund acht bis zwölf Minuten backen. Ausgekühlt mit Puderzucker und Zitronensaft, Schokolade, Streuseln oder gehackten Mandeln dekorieren.
Vanillekipferl: mürbe Halbmonde
Zutaten
- 250 g Mehl
- 175 g kalte Butter
- 100 g gemahlene Mandeln
- 80 bis 100 g Zucker
- 2 Eigelb
- 1 Prise Salz
- zum Wälzen: 100 g Puderzucker und Vanillezucker oder Vanillemark
Mehl, Butter, Mandeln, Zucker, Eigelb und Salz rasch verkneten. Den Teig mindestens 30 Minuten kalt stellen. Kleine Stücke zu Rollen formen, die Enden dünner rollen und zu Halbmonden biegen. Bei etwa 175 bis 180 Grad backen, bis die Spitzen leicht Farbe bekommen. Die noch warmen Kipferl vorsichtig in der Vanille-Puderzucker-Mischung wenden.
Spekulatius: würzig und knusprig
Holzmodel oder Spekulatiusbrett geben dem Gebäck seine geprägten Motive. Für eine einfache Variante reichen normale Ausstechformen.
Zutaten
- 250 g Mehl
- 125 g Butter
- 100 g brauner Zucker
- 1 Ei
- 50 g gemahlene Mandeln
- 1 TL Zimt
- je eine kleine Prise Nelken, Kardamom, Muskat und Salz
- etwas Backpulver
Butter und Zucker verrühren, das Ei dazugeben. Mehl, Mandeln, Gewürze und Backpulver vermischen und unterkneten. Den Teig mindestens eine Stunde kalt stellen, dünn ausrollen und ausstechen oder prägen. Bei etwa 175 bis 180 Grad knusprig backen.
Kokosmakronen: eine Idee für übriges Eiweiß
Zutaten
- 3 Eiweiß
- 150 g Zucker
- 200 g Kokosraspel
- 1 Prise Salz
- etwas Zitronenabrieb
- optional: Oblaten und dunkle Schokolade
Eiweiß mit Salz steif schlagen und den Zucker langsam einrieseln lassen. Kokosraspel und Zitronenabrieb vorsichtig unterheben. Kleine Häufchen auf Oblaten oder Backpapier setzen und bei etwa 150 bis 160 Grad backen, bis sie außen leicht Farbe bekommen. Nach dem Abkühlen lässt sich die Unterseite nach Wunsch in dunkle Schokolade tauchen.
So bleiben die Plätzchen länger frisch
Die meisten Sorten sollten kühl, trocken und gut verschlossen aufbewahrt werden. Blechdosen eignen sich dafür. Sehr aromatische Gewürzplätzchen am besten getrennt von feineren Sorten lagern; knuspriges Gebäck ebenfalls nicht mit sehr weichen Plätzchen zusammenlegen.
Wer eine kleine Auswahl verschenken möchte, kann Spritzgebäck, Kipferl, Butterplätzchen und Makronen kombinieren. Eine Dose, ein Glas oder eine Papiertüte mit einem Band machen daraus ein persönliches Geschenk. Und für den regionalen Akzent passt Kirschkonfitüre in Marmeladenplätzchen: Kirschen gehören auch zu den klassischen Beilagen der Bergischen Waffeln bei der Kaffeetafel.
Familienrezepte bewahren
Alte Rezeptzettel erzählen oft auch Familiengeschichte. Wer einen vergilbten Zettel oder ein handgeschriebenes Rezeptheft findet, kann das Rezept fotografieren, digitalisieren und notieren, von wem es stammt. So bleibt nicht nur die Zutatenliste erhalten, sondern auch die Erinnerung an die Küche, in der früher gemeinsam gebacken wurde.
BERGISCH BEWEGT freut sich über alte Weihnachtsrezepte aus dem Bergischen Land – zum Beispiel aus Wuppertal, Velbert, Remscheid, Solingen, Mettmann, Hattingen, Heiligenhaus, Wermelskirchen, Radevormwald, Hückeswagen oder Bergisch Gladbach.
